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To Boldly Go: Der Ursprung der Mary Sue

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Mary Sue ist eine abwertende Bezeichnung für ein Phänomen, das vor allem in der Fan-Fiction zu bekannten Büchern und Filmen auftaucht. Es handelt sich um eine meist weibliche und oft sehr junge Hauptperson, die mit höchst idealisierten Zügen und Charaktereigenschaften ausgestattet ist. Sie vertritt moderne Positionen und zieht in der Handlung das Interesse aller Nebenfiguren auf sich. Selbstverständlich ist, dass sie alle auftauchenden Probleme bravourös löst. Oft wird unterstellt, dass sie eine idealisierte Selbstdarstellung des Autors ist und hauptsächlich dessen eigene Phantasien bedient. — Quelle: Wikipedia

Eine Mary Sue wie oben beschrieben dürfte den meisten Fanfiction-Lesern schon einmal begegnet sein. Mary Sues sind Charaktere, die eigens für eine Fanfiction kreiert werden, also keine Canon-Charaktere. Sie sind bildhübsch, intelligent und können sowieso alles von komplizierte Sprachen bis hin zu exotische Kampfsportarten. Außerdem werden sie, sobald sie in der Geschichte auftauchen, von den meisten Canon-Charakteren gemocht und vielleicht sogar  wegen ihrer Fähigkeiten bewundert. Viele Mary Sues haben im Verlauf der Story eine romantische Beziehung zu einem der Canon-Charaktere und vermögen selbst den größten Einzelgänger und gefühlsmäßigen Eisklotz (der ihnen nicht von Anfang an zu Füßen lag) zum Schmelzen zu bringen. Mary Sues sind damit vollkommen überzogene Charaktere, die von vielen Lesern abgelehnt werden.

Das ist im Allgemeinen das, was man unter einer Mary Sue versteht. Doch woher kommt der Begriff überhaupt?

Interessanterweise gibt es den Begriff schon sehr lange, genauer gesagt seit 1974. Damals veröffentlichte Paula Smith ihre Parodie „A Trekkie’s Tale“ im Fanzine „The Menagerie“. Am Titel der Story ist unschwer zu erkennen, dass es sich um eine Star Trek Fanfiction handelt. Smith verfasste die kurze Geschichte als Reaktion auf die vielen Fanfictions in Star Trek Fan-Magazinen, in denen ein junger weiblicher Crewman/Lieutenant/Captain auf die Enterprise kommt, wo er seine unglaublichen Fähigkeiten zur Schau stellen darf, jede Menge Abenteuer mit den Offizieren der Enterprise besteht und mit mindestens einem der Crewmitglieder eine romantische Liaison eingeht.

Man sieht also, Mary Sues gibt es nicht erst seit der massenhaften Verbreitung von Fanfictions im Internet. Und leider bleiben Mary Sues (oder Gary Stus, ihre männlichen Verwandten) auch nicht immer in Fanfictions, sondern finden manchmal auch den Weg ins Originaluniversum. Nicht wahr, Wesley Crusher?

Links:

A Trekkie’s Tale von Paula Smith

Ein Interview mit Paula Smith

Mary Sue auf Fanlore

Eine Elfe in Star Trek?

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Als ich dieses Jahr angefangen habe, Star Trek: The Next Generation zu schauen, kam mir Counselor Troi merkwürdig bekannt vor. Die lockigen Haare, die Frisur, die telepathische Veranlagung … nur ihre überhaupt nicht spitzen Ohren haben mich ein wenig irritiert.

Irgendwann fiel es mir dann wie Schuppen von Augen: Deanna hatte mich die ganze Zeit an Leetah aus Elfquest erinnert! Dass mir das nicht sofort aufgefallen ist, liegt wohl daran, dass ich die Comics schon länger nicht mehr gelesen habe (und dass es mal wieder Zeit dafür wird). Natürlich hat Leetah eine dunklere Hautfarbe als Deanna und die markanten spitzen Ohren der Elfen (oder Vulkanier ;))  fehlen auch. Aber die Frisur ist dieselbe und außer Marina Sirtis kenne ich keine andere Schauspielerin, die eine so voluminöse Lockenpracht hat. Hätte es vor zwanzig Jahren eine Elfquest Verfilmung gegeben, wäre Marina Sirtis auf jeden Fall meine Favoritin für Leetah gewesen 😉

In diesem Sinne: „Shade and sweet water“ und „Live long and prosper!“


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